So fit im Alter
Horst Naussed


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Moderne Medizin macht Senioren zu kranken Patienten

Gerontologin: "Medikamente sind nicht seniorengerecht", die gleichzeitige Einnahme vieler Medikamente beängstigt alte Menschen, meldet pressetext.austria.

Die moderne Medizin macht alte Menschen, die körperlich noch fit sind, zu Patienten. Diese Kritik äußert Michael Oliver, emeritierter Kardiologe der University of Edinburgh in einem persönlichen Kommentar im British Medical Journal.

Vielen alten Menschen würden Ärzte Medikamente für hohen Blutdruck, Diabetes oder hohes Cholesterin verschreiben, ohne die Folgen für die Betroffenen zu bedenken.

Bestimmte Vorsorgebehandlungen könnten bei alten Menschen jedoch unangebracht oder sogar gefährlich sein. Diese übermäßige Diagnostizierung und Behandlung führt Oliver auf Naivität der Ärzte, auf übereifriges Befolgen von Richtlinien sowie auf hohe Bürokratie im Gesundheitswesen zurück.

Die Medizin solle den tatsächlichen Nutzen der Behandlung von Risikosymptomen bei Menschen über 75 Jahren sorgfältiger und individueller beweisen als bisher und ihnen dadurch erlauben, sich im Alter gesund zu fühlen, so die Forderung des Mediziners.

Auch aus Österreich von der österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie.

Bei bestimmten gesundheitlichen Zuständen sei bisweilen tatsächlich ein Diagnose-Hype zu beobachten, der auch übermäßige Behandlung nach sich ziehe.

Etwa im Falle des Bluthochdrucks hält die Vorsitzende, Frau Pils, eine strikte Einhaltung von Systole-Richtwerten von 120 mmHg im Alter für unsinnig, besonders wenn die Betroffenen Werte leicht darüber über lange Jahre gewöhnt seien.

Anderswo ortet Frau Pils jedoch eine Unterversorgung. "Osteoporose oder Inkontinenz würden bei den wenigsten älteren Menschen rechtzeitig erkannt, was bei fortgeschrittener Krankheit viel Leid und Kosten verursacht."

In vielen Fällen sieht Frau Pils fehlende ärztliche Kontrolle. "Alte Menschen nehmen ein Medikament oft 15 Jahre lang ein, ohne dass jemand prüft, ob es wieder abgesetzt werden kann."

Das ist besonders bedenklich bei starken Mitteln wie etwa bei Cortison, das auf lange Zeit Haut und Knochen brüchig macht.

"Die Medizin muss hier wachsamer sein und die Sinnhaftigkeit von Verordnungen besser hinterfragen." In vielen Fällen würden Patienten allerdings vom Arzt verschriebene Mittel nach einmaligem Kauf auf eigene Faust absetzen, könne man aus Apothekerdaten schließen.

Als einen Hauptgrund für solches Verhalten alter Menschen sieht Pils die Verwirrung, die eine gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente mit sich bringt.

Auch die Darreichungsform ist bei mehreren Medikamenten nicht seniorengerecht. Alte Menschen können aufgrund ihrer geringen physischen Kraft bestimmte Packungen nicht öffnen oder Sprays nicht bedienen. Andere Medikamente bereiten etwa bei Schluckstörungen große Probleme.

Zudem sind Medikamente für alte Menschen auch eine Kostenfrage. Die Begleichung der Selbstbehalte mehrerer Mittel ist bei einer Mindestpension oft nicht möglich.

Ein wichtiges Ziel der Bemühungen sollte sein, die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen, damit das Leben in guter Gesundheit verlängert wird.

Sie wollen gesund, fit und aktiv bis ins hohe Alter bleiben. Dann nehmen Sie Ihr Leben selber in die Hand. Ärzte können irren, sie stecken nicht in ihrem Körper.

Sie aber haben eine innere Stimme auf die Sie hören sollten. Lassen Sie sich nicht krank machen. Kehren Sie zurück zur Natur.




Verantwortlich für diesen Beitrag:
 
    Horst Naussed
    Tiergartenweg 10
    76530 Baden - Baden (Deutschland)
    Tel.: ++49(0) 7221 - 33889
    E-Mail: H.R.Naussed [at] t-online.de