GESUNDHEITSFONDS: DER PATIENT LÖFFELT DIE SUPPE AUS
Eine Glosse von Christine Kammerer aus Nürnberg die einfach verbreitet werden muss. Je mehr Leute sie lesen um so besser. Bringen auch Sie diese Zeilen unters Volk.
Sie fragen sich vielleicht immer noch - was ist eigentlich ein Gesundheitsfonds?
Nun, das ist einfach: Der Gesundheitsfonds ist ein großer Topf.
In dem Topf ist das viele Geld, das wir bezahlt haben, damit wir medizinisch gut versorgt werden. Das Geld im Topf bekommen die gesetzlichen Krankenkassen.
Die Kassen verteilen unser Geld dann weiter. An Gesundheitskonzerne und an die Pharmaindustrie. Im Moment bezahlen sie damit auch noch die in Einzelpraxen niedergelassenen Fachärzte. Aber die gibt es ja nicht mehr lange.
Nur noch bis nach der Wahl. Die kommen uns nämlich auf die Dauer zu teuer.
Mehr Gerechtigkeit versprach Ulla Schmitt und mehr Wettbewerb. Die Frage ist nur: Was meinte sie eigentlich damit? Die Gerechtigkeit des freien Marktes, dessen Blütezeit wir soeben erleben?
Oder eine staatsmedizinisch verordnete Verteilungsgerechtigkeit, die ein System geschaffen hat, mit dessen Hilfe das Geld der Beitragszahler auf jeden Fall am Ende in den Kassen eines Großkonzerns klingelt?
Ein System jedenfalls, das von zahlreichen Bürgern massiv in Frage
gestellt wird, an dem jedoch nicht gerüttelt werden darf, weil wir gerade mitten im Wahlkampf stehen.
Einmal losgefahren ist der Zug nicht mehr zu bremsen, auch wenn er gnadenlos vor die Wand fährt. Aber das kennt man ja.
Haben Sie sich schon mal überlegt, was Gerechtigkeit und Wettbewerb Schmitt-Merkelscher Couleur für Sie persönlich bedeuten?
Auch das ist schnell beantwortet: Dank der nunmehr bürokratisch
institutionalisierten Raffgier bleiben die kleinen Medizin-Anbieter, die auf Kassenzuwendungen angewiesen sind, auf der Strecke.
Einige Oligopolisten überleben den ungleichen Kampf und bestimmen fortan die Preise.
Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihr Medizindiscounter um die Ecke demnächst mit Vorliebe neue Medikamente mit noch unerforschten Nebenwirkungen an Ihnen austestet - es war grad beim Pharmakonzern Ihres Vertrauens im Sonder-Angebot.
Der hat nämlich einen Rabattvertrag mit Ihrer Krankenkasse und schmeißt das Mittel billig auf den Markt, damit es sich dort schneller etabliert.
Das läuft dann so wie bei einem neuen Microsoft-Betriebssystem. Die Nutzer melden die Macken des Produkts und irgendwann wird das Medikament dann wieder vom Markt genommen, weil es doch zu viele
schwer wiegende Nebenwirkungen hatte.
Bei einem Osteoporose-Mittel gibt es ja neuerdings sogar eine
Geld-zurück-Garantie, wenn sich der Patient dann doch einen Knochen bricht.
Nicht für den Patienten, sondern für die Kasse. Aber eben nur, wenn diese einen besonders günstigen Rabattvertrag mit Novartis abgeschlossen hatte, so wie die DAK.
Wie werden sich jetzt vielleicht auch fragen:
Aber öffnet das nicht der Korruption Tür und Tor? Ja, das ist korrekt.
Aber Sie haben doch nicht ernsthaft was anderes erwartet von Politikern, die in den Aufsichtsräten der Konzerne sitzen? Oder von Ärztekammern, die von der Pharmaindustrie gesponserte Weiterbildungen für Ihr Klientel gut heißen?
Oder von Kommunen, die ihre maroden Haushalte sanieren, indem sie Krankenhäuser an Konzerne verscherbeln und Mobilfunkmasten aufstellen?
Tja, man sollte die Risiken des Stadtlebens eben nicht unterschätzen!
Statistisch betrachtet ist nämlich die Wahrscheinlichkeit, in einer deutschen Großstadt infolge eines medizinischen Behandlungsfehlers
zu sterben, jetzt schon doppelt so hoch wie unterversorgt im strukturschwachen ländlichen Raum.
Abschließend bleibt mir nur noch, Ihnen zu wünschen:
Bleiben Sie gesund!
An einem gesunden Menschen ist nichts verdient.
Die Autorin Christine Kammerer, geb. 1962,
freie Journalistin, Politologin M. A., Heilpraktikerin (Psychotherapie) und grad. Kunsttherapeutin (BVPPT).
Sie wollen doch gesund, fit und aktiv bis ins hohe Alter bleiben. Lassen Sie sich nicht hinters Licht führen!!
Verantwortlich für diesen Beitrag:
Horst Naussed
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